Eigenen Rundgang planen
Mit unserem Planungs-Tool können Sie Ihren eigenen Rundgang durch Sülzbach per Google Maps planen und somit Route und Dauer per Auto, Fahrrad oder zu Fuß berechnen.
Eberstädter Straße 9, Obersulm-Sülzbach
Das Gebäude wurde 1733 errichtet. Erbaut von Johann Caspar Rottmann, Müller zu Sülzbach. Ein im Mauerwerk eingelassener Stein zeugt hiervon. Spätere Besitzer waren Johann Jakob Wolff (1763) , Zoller (Zolleintreiber) und Gerichtsverwandter (Mitglied des Dorfgerichts) ; Georg Fröhlich (um 1800), Sohn des damaligen Bürgermeisters von Grantschen. Ein Brand im Jahre 1829 zerstörte das Gebäude vollständig. Johann Wolff, baute es wieder auf. Eine heute noch lesbare Inschrift weist darauf hin.
Im Gebäude wurde lange Zeit eine Gastwirtschaft betrieben und in bescheidenem Umfang Vieh gehalten. Erst 1912 wurde im Anwesen des Ochsenwirt und Landwirt Gottlob Christian Körner eine Posthilfsstelle eingerichtet und ihm die Leitung übertragen. Er erneuerte das Anwesen 1927. Das bis dahin unter Bewurf (verputzte) befindliche eichene Gebälk wurde dabei freigelegt. Im Saal des Gasthaus Ochsen wurden Kirchweih, Konfirmationen, Hochzeiten und andere Feste gefeiert. Gottlob Körner übergab die Postgeschäfte1928 seinem Sohn. Ab 1938 führte Land- und Gastwirt Otto Bauer die Postgeschäfte. Nach seinem Tod (1950) betrieb seine Witwe die Poststelle bis zur Übergabe an die Schwiegertochetr Frieda Bauer im Jahre 1958.
Die örtliche Post (Postdienststelle) hatte bis zur Einführung der unbaren Auszahlung der Rente, für Rentenerinnen und Rentner die wichtige Funktion der Barauszahlung der Rente. So waren am Auszahlungstag mitunter wartende Menschen vor der Post keine Seltenheit. Mit der Ära von Frieda Bauer, die nach 23-jähriger Tätigkeit im Jahre 1981, die Aufgabe der Posthalterin an Helga Hollmann übergab, endete die Tätigkeit von Land- und Gastwirten, bzw. deren Familien als Posthalter. 1996 wurde das klassische Postamt aufgehoben. Seit der Zeit gibt es nur noch Postagenturen. Erst aber dieser Zeit prägte der Volksmund den Begriff "Alte Post".
Im Gebäude übten über viele Jahre auch ein Friseur und ein Schuster ihr Handwerk aus.
Der Saal der Gaststätte diente wohl auch im Dritten Reich als Kinosaal. Vermutlich handelte es sich hierbei überwiegend um Propagandafilme.
Nach einem erheblichen Wasserschaden Anfang der 90er-Jahre, welcher das Gebäude unbewohnbar machte, erwarb die Gemeinde das Anwesen und veräußerte es im Jahre 2002 an den Wimmentaler Bauunternehmer Franz Riedmüller. Dieser riss die Nebengebäude (kleinere Ställe und Scheunen) ab, renovierte 2007 das Fachwerk, sanierte den Innenbereich und schuf Wohnungen.